21.11.2016

Erntebericht Jahrgang 2016

Der Winter war, wie eigentlich beinahe immer in den letzten Jahren, zu warm. Im März wurde es dann etwas kühler, sodass die Reben erst Ende April austrieben. Alles war eigentlich relativ normal und die weitere Entwicklung der Reben lag im normalen Bereich. Alles andere als normal waren die Niederschläge. Es regnete gefühlt quasi ohne Unterbrechung. Im Januar und Februar regnete es mehr als normal und im April doppelt so viel wie sonst üblich. Eine kurze Schönwetterphase im Mai wurde durch sintflutartige Regenfälle – teilweise auch mit Hagel – in der Mitte des Monats beendet. Die Niederschläge waren an manschen Standorten viermal höher, als im gewohnten Durchschnitt. Und so ging das leider im Juni weiter. Das alles hatte zur Folge, dass der Infektionsdruck in Sachen Peronospera – falscher Mehltau – in bisher noch nie gekannte Dimensionen vordrang. Wir hatten permanente Infektionen und durch den ständigen Regen, war ein ordentlicher Pflanzenschutz eine wahrhafte Herkulesaufgabe. Trotz aller Widrigkeiten und trotz der Tatsache, dass wir mittlerweile im zertifizierten Biobereich arbeiten, haben wir diese Aufgabe sehr ordentlich gemeistert.

 

In einem Jahr, wie diesem, spricht man ganz klassisch von einem „neidischem Herbst“. Die einen ernten wenig bis nichts, die anderen ordentlich bis gut. Nach anfänglichen massiven Bedenken und Ängsten, sind wir am Ende doch ganz zufrieden. Unsere Erntemenge ist gut, besser als in 2015 und die Qualität ist mehr als vielversprechend. Die Ernte ging relativ rasch – wir waren in etwas mehr als vier Wochen fertig. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir auch in diesem Jahr unsere Erntemannschaft massiv verstärkt haben. Wir ernten den allergrößten Teil unserer Fläche nunmehr von Hand. Insbesondere aufgrund der Peronospera und dem im Sommer aufgetretenem Sonnenbrand war eine selektive Handlese auch unumgänglich.

 

Natürlich ist es – wie immer um diese Zeit – viel zu früh für eine seriöse Prognose, was den Jahrgang 2016 angeht. Wirklich schlechte Jahrgänge gibt es eigentlich kaum noch und wennselbst ein so extremes Jahr wie dieses zu meistern ist, stimmt uns das doch mehr als zuversichtlich!

 

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