Einen eigenen Rebstock pachten

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17.05.2011

Rhein-Zeitung "Rieslinge aus dem Rheingau haben eine große Tradition"

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Der Weinbau im Rheingau hat eine sehr lange Tradition und ruhmvolle Vergangenheit.

Als am Anfang des 12. Jahrhunderts im Rheintal Klöster der Zisterzienser- und der Benediktiner-Mönche errichtet wurden, begann der Siegeszug des deutschen Rieslings. Denn die Klöster widmeten sich vornehmlich dem Weinbau, ließen Rebhänge roden, gründeten neue Ortschaften und brachten nach und nach System in den Rheingauer Weinbau. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts entsprach das Anbaugebiet im Wesentlichen der heutigen Ausdehnung. Parallel zum klösterlichen Weinbau entstand im Rheingau so etwas wie eine adelige Weinbaukultur, von der heute noch existierende Adelsgüter wie Schloss Vollrads, Schloss Schönborn, Schloss Reinhartshausen oder das traditionsreiche Weingut Freiherr Langwerth von Simmern ein deutliches Zeugnis ablegen. Das klassische Rieslinggebiet erstreckt sich rechts rheinisch      zwischen Hochheim und Lorchhausen, genau an der Stelle, wo der Rhein seinen gewohnten Lauf von Süd nach Nord ändert und für rund 50 Kilometer von Ost nach West fließt. Fast 80 Prozent der 3100 Hektar Anbaufläche sind mit der Königin aller Rebsorten bestockt - dem Riesling. In Sachen Neuzüchtungen sind die Rheingauer Winzer seit jeher entgegen allen Moden weitgehend standhaft geblieben. Nur den blauen Spätburgunder findet man am westlichsten Punkt des Rheingaus rundum das idyllische Dörfchen Assmannshausen als alternative Rebsorte. Geografisch gehört der Rheingau zum Rhein-Main-Gebiet, einer der wärmsten und trockensten Klimazonen Mitteleuropas. Hier scheint die Sonne im jährlichen Durchschnitt 1600 Stunden, und es fallen nur 600 Millimeter Regen im Kalenderjahr.

Zwei Qualitätsbegriffe wurden im Rheingau erfunden. So kommt die Bezeichnung Kabinett von den Zisterzienser-Mönchen aus Kloster Eberbach. Bereits 1712 tauchte zum ersten Mal der Begriff „Cabinet“ für besonders hochwertige Weine auf. Im damaligen Kloster Johannisberg der Benediktiner-Mönche wurde 1775 die edelsüße Spätlese entdeckt. Eine verspätet erteilte Erlaubnis, die Ernte einbringen zu dürfen, hatte zur Folge, dass die Früchte bereits von der Edelfäule befallen waren. Obwohl sie die Ernte für verloren hielten, brachten die Mönche die Trauben ein und kelterten sie. Als sie im darauffolgenden Frühjahr den jungen Wein verkosteten, waren sie von dessen hervorragender Qualität überrascht. Die Bezeichnung wurde daraufhin für besonders vortreffliche Weine üblich, und nebenbei hatte man die positiven Effekte der Edelfäule, des Befalls durch den Schimmelpilz Botrytis cinerea entdeckt.


Rassig und elegant

Der 2010 „Von Unserm“, Riesling Qualitätswein trocken, besticht durch seine wunderbare hellgelbe Farbe. Im Duft sind Mineralität und grünes Kernobst zu riechen. Der Wein verfügt über eine rassige, frische Säure und belebt, auf intensive Weise den Gaumen. Sehr elegant und gehaltvoll. Zu kaufen für 9,20 Euro in der Vinothek des Weinguts Balthasar-Ress in Eltville oder unter Telefon 06723/919 50.

Rhein-Zeitung
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