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10.01.2009

Wiesbadener Tagblatt - "Kandidaten fürs Prinzenpalais"

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Gesucht werden die 63 Unternehmerinnen und Unternehmer für die Vollversammlung, die im Erbprinzenpalais, dem Sitz der Industrie- und Handelskammer an der Wilhelmstraße, tagt. Die konstituierende Sitzung findet am 25. März statt.

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Kandidaten fürs Prinzenpalais

Unternehmer wählen die IHK-Vollversammlung der nächsten fünf Jahre

 

WIESBADEN.

Im Superwahljahr 2009 wählt auch Wiesbadens Industrie- und Handelskammer ihr Wirtschaftsparlament neu. Wie alle neun Kammern in Hessen. In Wiesbaden kandidieren 130 Unternehmerinnen und Unternehmer. Sie bewerben sich um 63 Sitze in der Vollversammlung.

 

Von
Ingeborg Toth

 

Die hessischen Kammern haben sich auf einen gemeinsamen Wahltermin geeinigt. Die Stimmabgabe ist vom 21. Januar bis 17. Februar möglich. Wahlunterlagen werden am 20. und 21. Januar zugeschickt.

 

Mehr als zwei Kandidaten pro Sitz treten in Wiesbaden an: "Das zeigt, dass die Unternehmer sich engagieren wollen. Sie tun es auch deshalb, weil sie meinen, über die IHK einiges erreichen zu können", so Gordon Bonnet, der IHK-Sprecher. "Wir haben in diesem Jahr mehr Jüngere dabei, als bei der Wahl vor fünf Jahren. Auch mehr Frauen."

 

Kammerpräsident Dr. Gerd Eckelmann steht auf der Kandidatenliste. Gordon Bonnet gibt zu bedenken, dass es grundsätzlich keine Favoriten für das sechsköpfige Präsidium gibt. Nur wer in die Vollversammlung gewählt wird, kann Präsident und Vizepräsident werden.

 

Einer tritt nicht mehr an: Gerhard F. Schaefer von Schuh-Schaefer. Die übrigen Präsidiumsmitglieder, der Banker Rolf Hildner, Hotelier Karl Nüser, Stefan B. Ress von der Weinkellerei Ress, und Klaus Christian Plönzke von der Plönzke Holding AG, finden sich unter den Kandidaten. Bonnet: "Es ist kein Geheimnis, das Eckelmann wieder als Präsident für die nächsten fünf Jahre antreten wird. Dennoch wird er erst einmal die Wahl abwarten." Keine Frage: Mit dem jetzt 60-jährigen Eckelmann fand die IHK Wiesbaden die Integrationsfigur, die das ehrenamtliche Gremium seit Juni 1994 souverän führt. Würde er neuerlich zum Präsidenten gewählt, so könnte nach der konstituierenden Sitzung am 25. März seine vierte Wahlperiode beginnen.

 

Der Vorsitzende des IHK-Wahlausschusses, Volker von Franque, ruft zur Beteiligung an der IHK-Wahl auf: "Besonders in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist diese Interessenvertretung wichtiger denn je."

 

Gut 3 700 Geschäftsführer, Vorstände und Kaufleute aus Wiesbaden, dem Rheingau-Taunus-Kreis und Hochheim sind aufgerufen, ihr Wirtschaftsparlament zu wählen. Die Wahlbeteiligung liege jedes Mal "sehr deutlich" unter den Erwartungen, so IHK-Sprecher Bonnet, etwa bei 15 Prozent. Ein Grund sei, dass man sehr viele Mitglieder habe, die vom Beitrag befreit sind. "Über 40 Prozent der Mitglieder zahlen keinen Mitgliedsbeitrag." Das sind die mit den Kleinstbetrieben. So einen besitzt auch der Student, der auf Messeständen jobbt und ein Gewerbe angemeldet hat. Bonnet: "Der hat dann wenig Bezug zur IHK" Er bekommt alle Informationen, und kann auch die Dienstleistungen nutzen, die ihm geboten werden. Wahlberechtigt ist er auch. "Aber für ihn wie für viele der beitragsbefreiten Mitglieder bleibt die Kammer dann doch sehr abstrakt." Nur in der Gruppe der Ein-Mann-Betriebe sei die Wahlbeteiligung sehr schlecht. "Unter den Unternehmen, die in Handelsregister eingetragen sind, haben wir eine Wahlbeteiligung von 40 Prozent." Beteiligen sich die Start-ups nur zu drei Prozent, "so machen die uns den Schnitt kaputt".

Jedes Unternehmen, unabhängig von Größe und Umsatz, hat eine Stimme. Gewählt werden kann nur innerhalb der eigenen Gruppe. Ein Einzelhändler kann zum Beispiel den Karstadt-Filialgeschäftsführer Eckhard Schroeder wählen (der in der Gruppe Einzelhandel kandidiert), aber nicht Gerd Eckelmann, der in der Gruppe "Industrie" antritt.

 

Um sicherzustellen, dass alle Wirtschaftszweige entsprechend ihrer Bedeutung repräsentiert sind, wird eine unterschiedliche Zahl an Sitzen zugebilligt. Die größte Wahlgruppe im Kammerbezirk Wiesbaden stellt die Industrie mit 13 Sitzen (gefolgt vom Dienstleistungsgewerbe mit 12 Sitzen). Derzeit gibt es im IHK-Kammerbezirk rund 850 Industrieunternehmen. Sie stellen zwar nur 2,3 Prozent der Betriebe erwirtschaften jedoch gut 31,4 Prozent aller Erträge.

 

Genau 43 der 63 amtierenden Vollversammlungsmitglieder kandidieren erneut. Was auf der anderen Seite bedeutet, dass 87 zum ersten Mal antreten. Um alle bekannt zu machen, hat die IHK ein Sonderheft erstellt, dass sie ihrer Publikation "Hessische Wirtschaft" beigelegt hat. Vor fünf Jahren hat es eine Beilage im IHK-Magazin gegeben, mit den Fotos der jeweiligen Kandidaten. Jetzt werden die Unternehmerinnen und Unternehmer mit einem Porträtfoto gezeigt. Dazu gibt es noch ein zweites Bild, dass sie in ihrem beruflichen Umfeld zeigt. Das Geburtsdatum und Zahlen zu Umsatz und Mitarbeiter sind zu finden - soweit die Unternehmerinnen und Unternehmer dazu Angaben machen. Bonnet: "Diesen Aufwand haben wir jetzt zum ersten Mal betrieben." Damit will man die Aufmerksamkeit für die Wahl erhöhen, eine höhere Wahlbeteiligung erzielen. Es kandidieren "Unternehmer zum Anfassen". Der Zweitnutzen: Das Heft ist ein "Who is who" der heimischen Wirtschaftslandschaft.

Artikel des Wiesbadener Tagblatt vom 10.01.2009
Artikel des Wiesbadener Tagblatt vom 10.01.2009
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