27.05.2009Sylter Spiegel, Nr.22," Weißwein mit Blick auf St. Severin" |
Overview media mentions |
| Article as PDF file |
Weißwein mit Blick auf St. Severin
Keitum. (er) Östlich der Munkmarscher Chaussee wächst der Hopfen, westlich davon sprießt seit neuestem der Wein. Der Klimawandel macht's möglich: Als Schleswig-Holstein im November offizielles Weinanbaugebiet wurde, sicherten sich auch einige Sylter die Rechte. Der passionierte Hobby-Landwirt Olaf Klein, Architekt Henning Lehmann und die Sommeliere Birgitta Quendler taten sich zusammen und beschlossen 2.600 Pflanzen der pilzresistenten und schnell wachsenden weißen Rebsorte Solaris zu setzen. Es handelt sich bei der Propfrebe um eine Neuzüchtung aus Freiburg. Solaris wird bislang hauptsächlich im deutschen Anbaugebiet Baden (Markgräflerland) und im Schweizer Kanton Zürich kultiviert. Auch in Dänemark gibt es erste Erfahrungen.
Demnach besticht der künftige Wein durch ein würziges und fruchtiges Aroma. Bevor die Sylter grünes Licht bekamen, wurde ein Gutachter der FH Geisenheim eingeschaltet. "Sogar in Norwegen wird erfolgreich Wein angebaut", weiß Henning Lehmann, der selber mit einer ersten Lese in zwei Jahren rechnet. Während auf dem 700.000 ml großen Areal von Olaf Klein mit einer vorläufigen Genehmigung vom Land bereits fleißig gepflanzt wird, werden ab 4. Juni weitere 0,3 ha neben dem Hopfenfeld bepflanzt. Die Winzer Christian und Stefan Ress aus Hattenheim werden neben 500 Rivaner-Reben auch 1.100 Solaris-Rebstöcke setzen. Nach dem hiesigen Breitengrad heißt der Wein dann 55°Nord-Solaris/ Rivaner. Auf Sylt führt das Weinhaus Schachner bereits seit geraumer Zeit exklusiv den 55°-Riesling der Ress-Winzer aus dem Rheingau. Die Rheingauer werden ein Drittel der Sylter Reben über eine Rebstockpacht an Sylt- und Weinliebhaber verpachten. 555 Interessenten können sich online über www.sylt-weinberg.de ihren persönlichen Rebstock sichern, der mit einem Namensschild gekennzeichnet werden wird.